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Wird der Teufelsberg unter Denkmalschutz gestellt?

Während des Kalten Krieges zählte der Teufelsberg, Berlins höchste Erhebung, zu den Brennpunkten der Weltgeschichte: Hier hatten die Alliierten eine Abhöranlage installiert, mit der sie hunderte Kilometer in den Ostblock hinein horchen konnten. Nachdem hier bereits seit 2011 Führungen durchgeführt werden, wollen die Eigentümer des Areals das Gelände unter Denkmalschutz stellen lassen. Sie wollen die Gebäude der Abhöranlage zwar behalten, darin aber ein Spionagemuseum sowie ein Ausflugslokal unterbringen. In weiteren Gebäuden sollen Wohnungen untergebracht werden, was bislang untersagt ist.

So ist der Teufelsberg entstanden

Beim 120 Meter hohen Teufelsberg handelt es sich um einen Trümmerberg, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Die Nationalsozialisten hatten im Rahmen ihres groß angelegten Stadtumbaus hier den Rohbau der Wehrtechnischen Fakultät errichtet, der nach Kriegsende gesprengt wurde. Die Reste der Gebäude wurden mit Schutt aufgefüllt, weil die anderen Deponien ihre Kapazitätsgrenze erreicht hatten. Insgesamt wurden hier bis 1972 26 Millionen Kubikmeter Bauschutt abgeladen. Anschließend wurde auf den Trümmerberg Boden aufgetragen, damit er bepflanzt werden konnte.

Die militärische Nutzung

Die US-Armee nutzte den Teufelsberg schon seit den 1950er Jahren als Standort für eine Abhöranlage. Anfangs wurden nur die drei Flugkorridore zwischen Westberlin und der Bundesrepublik überwacht, später weite Teile des Warschauer Paktes. Damit war der Teufelsberg ein Teil des weltweiten Spionagenetzes Echolon, das von den USA gemeinsam mit Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland betrieb. Dass dieses Netz, mit dem Telefongespräche, Faxverbindungen und das Internet überwacht wurde, überhaupt existierte, ist seit 2001 gesichert, als das Europäische Parlament eine entsprechende Untersuchung durchführte.

Die militärischen Einrichtungen wurden nach der deutsch-deutschen Vereinigung entfernt, woraufhin die Anlage zur zivilen Luftüberwachung genutzt wurde. Das Gelände rund um die Abhöranlagen wird von den Berlinern als Naherholungsgebiet genutzt. Die Abhöranlage kann im Rahmen einer Führung sonntags um 13 Uhr besichtigt werden.

Dezember 2014

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