Deutsches Spionagemuseum Berlin

In einer Stadt, in der sich wie nirgends sonst auf der Welt jahrzehntelang feindliche politische Lager direkt gegenüberstanden, hatte die Spionage Hochkonjunktur.

Berlin, die ehemals geteilte Stadt, war für Agenten und Spione der westlichen wie östlichen Seite während des kalten Krieges der ideale Ort um Informationen auszuspähen und auch zu übergeben. Doch diese Arbeit war keineswegs ungefährlich und so mancher westlicher Agent musste mitunter Jahre seines Lebens in sibirischen Gefangenenlagern verbringen, während Ostspione gleichermaßen in westlichen Gefängnissen einsaßen, nicht selten in strenger Isolationshaft. Agenten und Spione wechselten aber nicht nur als Gefangene die Seiten, sondern wurden in Berlin in das jeweils andere System eingeschleust oder als Bürger des Staates zum Spion oder zur Spionin gemacht, meist aus Geldgier, manchmal aus Liebe und hin und wieder aus politischer Überzeugung.

Für ihre „Arbeit“ nutzten die freien und fest angestellten Mitarbeiter der Geheimdienste unterschiedlichste Gerätschaften, wobei es erstaunlich ist, was bereits in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts möglich war. Genau diesen Dingen und ihrer Geschichte ist das Deutsche Spionagemuseum in Berlin gewidmet.

Zu Heikel für staatliche Stellen?

Das Deutsche Spionagemuseum ist ein privates Museum, obwohl der Agentenstoff genügend hergeben würde, um ein Museum in öffentlicher Hand einzurichten. Doch scheinbar besteht hier behördlicherseits eine gewisse Hemmschwelle. Auch nach dem Mauerfall und der Öffnung des Ostens bestehen Schnittstellen, deren Berührung unter Umständen diplomatische Verwicklungen hervorrufen könnten. Zudem gehört die Spionage auch im 21. Jahrhundert längst nicht zum alten Eisen. Eher im Gegenteil, denn das Internet hat neue Kanäle geschaffen und dies mit zuvor ungeahnten Möglichkeiten.

Das Deutsche Spionagemuseum in Berlin besteht erst seit dem Jahr 2015. Auf über 3000 qm zeigt es am Leipziger Platz 9 in Berlin-Mitte Original-Exponate und Repliken von Spionagegerätschaften, darunter zwei Enigma-Maschinen aus dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt umfasst die Sammlung rund 1700 Objekte, die durch teils interaktive Präsentationen oder auch in Miniaturformat nachgestellte Schauplätze ergänzt werden. Natürlich bildet Berlin selbst einen Schwerpunkt, aber auch die Spionage in anderen Ländern wird hier mit ihren Machenschaften erklärt und gezeigt. Dabei ist nicht nur die globale, sondern ebenso die zeitliche Bandbreite erstaunlich. Der Besucher erfährt, wie schon in der Antike Spionage funktionierte, welche Bedeutung die Kryptologie besaß und noch besitzt und was zum Beispiel tote Briefkästen sind. Spionage und Spionageabwehr gehen dabei Hand in Hand.

Ein modernes Museum für jedes Alter

Während sich die ältere Generation vielleicht eher mit den Techniken der Spionage im kalten Krieg beschäftigt, sind für jüngere Besucher die interaktiven Installationen vermutlich reizvoller. So etwa der Versuch, durch einen Laserparcour zu gelangen, ohne einen der Lichtstrahlen zu berühren. Die Macher des Spionage-Museums zeigen sich nicht nur der Vergangenheit verpflichtet, sondern ebenso der Gegenwart, etwa in Form des Whistleblower Edward Snowden und dessen interaktiv aufbereitete Lebensgeschichte.

Das Deutsche Spionagemuseum Berlin ist von Montag bis Sonntag von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Samstags und sonntags finden ab 15 Uhr öffentliche Führungen in Englisch und in Deutsch statt.

Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, im Museum Kindergeburtstage zu feiern. Angeboten werden Pakete mit unterschiedlichen Inhalten zur Gestaltung der Feiern, angefangen bei 16 Euro pro Kind, bis hin zu 24 Euro im Paket Museum Royale, James Bonds Casino Royale lässt grüßen.

September 2019

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