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Potsdam

Erreichbarkeit von Potsdam:

Ca. 40 Minuten von Berlin mit der S5, S7 bis Potsdam Hbf
Öffentlicher Nahverkehr: RB22 und RB20
(Achtung: Lösen Sie eine Karte für den Tarifbereich ABC! Eine Tageskarte lohnt sich!) Bus 695 bis Schloss Sanssouci

Wer in Berlin Urlaub macht, sollte einen Tag für die Nachbarstadt Potsdam reservieren. Während unsere Hauptstadt eher etwas liebevoll Bodenständiges hat, ist Potsdam mit dem Schloss und dem Holländischen Viertel die elegante Schwester.

Die Landeshauptstadt von Brandenburg hat einen eher kleinstädtischen Charme und ist rund 250 Jahre älter als Berlin. Im siebzehnten Jahrhundert war Potsdam Residenzstadt der Kurfürsten, seit 1701 war sie dann Sitz der preußischen Könige.

Das Schloss Sanssouci wird auch als "preußisches Versailles" bezeichnet und hat den Welterbestatus der UNESCO. Für Potsdam ist es ein Wahrzeichen. Die pompöse Parkanlage stimmt einen auf die herrschaftlichen Gebäude ein. Wenn man von oben, von der Orangerie aus hinunter zum Schloss geht, fühlt man sich beinahe wie flanierende Edelleute auf dem Weg zu einer Tasse Tee mit dem preußischen König.

Friedrich der Große ließ das Schloss im Stil des Rokoko errichten. Sein Name bedeutet übersetzt "Ohne Sorge". Unbeschwert und sorgenfrei - so sollten die Sommermonate sein, wo sich der König ganz der Literatur, Musik und Philosophie hingeben wollte.

Später kamen zum Schloss noch weitere Gebäude hinzu, wie das Neue Palais an der Westseite, die Orangerie und das Badehaus oder das Belevedere, Potsdams ältestem Aussichtsturm. Alles liegt relativ dicht beieinander, sodass man alle Sehenswürdigkeiten an einem Tag ablaufen kann.

Das Schloss selbst ist grandios. Man sollte unbedingt eine der Führungen mitmachen. Allein der Marmorsaal ist eindrucksvoll. Hier her lud Friedrich der Große Wissenschaftler, Diplomaten und Künstler sowie die großen Denker seiner Zeit, wie zum Beispiel Voltaire. Man kann sich gut vorstellen, wie beeindruckt die Herren ob des opulenten Designs gewesen sein müssen. Und wenn man durch die Privaträume geht, erkennt man ohne Zweifel die Ähnlichkeiten zum Schloss des französischen Sonnenkönigs.

Nach dem ausgiebigen Spaziergang durch das hochherrschaftliche Sanssouci fährt man hinunter ins Holländische Viertel, vielleicht auch, um erst einmal zu Mittag zu essen.

Empfehlungen:

Eins muss man den Potsdamern lassen, sie haben das Holländische Viertel mit viel Liebe zum Detail restauriert. Anfang des 18. Jahrhunderts wurden die zweistöckigen Ziegelhäuser für Einwanderer aus Holland gebaut. 134 Holländerhäuser wurden vom Architekten Jan Bouman ab 1732 im Auftrag des Soldatenkönigs gebaut. Ursprünglich sollten dort holländische Gastarbeiter einziehen. Da diese jedoch nicht in so großer Zahl kamen, wie erwartet, wurden die Häuser an Grenadiere vermietet.

Dem heutigen Besucher kann man das Jan Bouman Haus empfehlen. Es ist ein typisches Giebelhaus von 1735. Das Schmuckstück baulicher Kunst ist für die Öffentlichkeit zugänglich und weist den größten Bestand originaler Bausubstanz auf.

Das Holländische Viertel ist es ein reizendes Karee mit lauschigen Cafés, urigen Kneipen und feinen Restaurants. Ein Bummel durch die Geschäfte mit Kunstgewerbe und Antiquitäten lohnt sich allemal.

Von dort aus geht es dann weiter zur Peter und Paul Kirche, die im 19. Jahrhundert von August Stüler entworfen wurde. Gar nicht weit weg ist die Brandenburger Straße mit dem Brandenburger Tor als Abschluss. Es wurde 1770 im Stil römischer Triumphbögen errichtet. Heute markiert es den Beginn der Fußgängerzone von Potsdam.

Das Erlebnisquartier Schiffbauergasse ist das Herz der Potsdamer Kulturszene, die keineswegs unter der Nähe zu Berlin leidet, wie man annehmen dürfte. Der Potsdamer bleibt vor Ort und genießt die Vielfalt künstlerischen Schaffens. Zahlreiche Galerien schmücken die Stadt. Die Ausstellungen in den Museen sind facettenreich und spannend. Dann wären da ja auch noch das Studio Babelsberg und als Ergänzung dazu das Filmmuseum in Potsdam.

Es ist fast ein wenig traurig, dass die Besucher meist nur für einen Tag da sind. Potsdam allein ist auf jeden Fall eine Reise wert. Bester Beweis für die Qualität der Veranstaltungen in der Brandenburgischen Stadt ist, dass sogar die Hauptstädter ihr geliebtes Berlin verlassen, um zum Beispiel die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci zu genießen. Potsdam ist in der Tat alles Andere als die hässliche Stiefschwester. Es ist ein kleines Juwel, das es zu entdecken gilt.

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