Die Gropiusstadt: ein sozialer Brennpunkt in der Stadt

Die Gropiusstadt in Berlin Neukölln ist ein Paradebeispiel dafür, dass Wohnraum auch zur Sehenswürdigkeit werden kann. Denn geplant wurden diese Gebäude, die heute sogar einen eigenen Ortsteil im Bezirk Neuköllln bilden, vom US-amerikanischen Architekten Walter Gropius, der den Bahausstil begründet hatte. Erbaut wurden die insgesamt circa 18.500 Wohnungen schließlich zwischen 1962 und 1975.

Weil hier zu 90 Prozent Sozialwohnungen entstanden, wurde die Gropiusstadt rasch zu einem sozialen Brennpunkt, der auch über die Grenzen Berlins hinaus Bekanntheit erlangte. Denn die wohl bekannteste Einwohnerin der Gropiusstadt dürfte vermutlich Christiane F. Sein, die ihre Erlebnisse im Berliner Drogenmilieu in dem Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ verewigte.

Hintergründe zur Gropiusstadt

Die Pläne zur Errichtung der Gropiusstadt als Satellitenstadt am Rande Berlins reichen bis in die 1950er Jahre zurück, als Deutschland das Wirtschaftswunder erlebte. Nach den ursprünglichen Planungen hätten die Hochhäuser niedriger ausfallen und die neue Siedlung weitläufiger angelegt werden sollen. Jedoch machte 1961 der Bau der Berliner Mauer einen Strich durch diese Rechnung. Denn nun gab es für Westberlin keine großen neuen Flächen für das Wachstum der Stadt, weshalb sich die Verantwortlichen dazu gezwungen sahen, den Wohnraum zu verdichten.

Nachdem der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt den Grundstein gelegt hatte, wurde die Gropiusstadt von den beiden städtischen Wohnbaugesellschaften DEGEWO und GEHAG errichtet. Noch während die Gebäude errichtet wurden, wurde ab 1965 zugleich die U-Bahn von Britz-Süd aus bis nach Rudow verlängert.

Nachdem die Bauarbeiten abgeschlossen waren, handelte es sich bei der Gropiusstadt um einen äußerst attraktiven Wohnbezirk, der teilweise ein höheres Maß an Lebensqualität bot als die Berliner Innenstadt. Wegen des hohen Anteils an Sozialwohnungen wurde die Gropiusstadt aber bereits Ende der 1970er Jahre zunehmend zu einem sozialen Brennpunkt. Dazu trug aber auch die Tatsache bei, dass die Aufenthaltsqualität auf den nur spärlich bepflanzten Freiflächen stark zu wünschen übrig ließ.

August 2018

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