Autokino in Berlin – American Graffiti lässt grüßen

Autokino ist wieder in, auch in Berlin

Als im Jahr 1974 der US-Teenager-Film American Graffiti in die Kinos kam, waren dessen Darsteller, wie etwa Harrison Ford oder Richard Dreyfuss, noch relativ unbekannt und auch der Regisseur George Lucas war von „Star Wars“ noch weit entfernt. Doch dieser Film, der die Träume von US-Teenagern in Kleinstädten der 1970er-Jahre auf die Leinwand brachte, katapultierte nicht wenige der Darsteller in die Riege der Hollywoodstars. Zugleich war American Graffiti eine Hymne an einen Lebensstil, wie ihn sich auch deutsche Teenager damals gerne herbeigesehnt hätten. Mit einem großen Auto in einer lauen Sommernacht durch die Straßen der Stadt fahren, gute Musik hören und einfach noch einmal das tun, was Spaß macht, bevor der Ernst des Lebens beginnt, zum Beispiel ins Autokino zu fahren.

Heute sind Autokinos dünn gesät, aber sie erleben gerade wieder eine Renaissance, so auch in Berlin, wobei sich das Angebot für eine Millionenmetropole noch sehr in Grenzen hält. Aktuell finden sich für die ganze Stadt gerade einmal ein Autokino, auch wenn das Internet einen anderen Eindruck erweckt und drei oder vier vorgaukelt. Tatsächlich ist nur das Autokino in Berlin-Schönefeld in Betrieb.

Das Autokino Berlin in Schönefeld

Seit dem Jahr 2009 gibt es das Autokino Berlin in Schönefeld, unweit des BER. Wenn schon (noch) nicht vom Flughafen in die große Welt gestartet werden kann, lässt sich im Autokino Berlin in der Hans Grade Allee die weite Welt erleben. Auf einer Fläche von 20.000 qm stehen zwei Leinwände mit 200 qm Größe zur Verfügung.

Jeden Abend werden 2 Blockbuster ausgestrahlt. Der Eintrittspreis beträgt pro Person (nicht pro Auto) 13 Euro. Der Ton zum Film wird über eine angezeigte Frequenz im Autoradio übermittelt.

Bis vor kurzem gab es auch noch ein Autokino in Berlin-Wedding, am Kurt Schumacher Damm. Dessen Mietvertrag ist jedoch ausgelaufen und so befindet es sich nun seit Anfang September 2019 in Nauen, etwa 40 km über die B5 von Berlin entfernt. Der Nachteil der relativ langen Anfahrt aus der Hauptstadt wird mit Eintrittspreisen von nur 7 Euro pro Person belohnt und auch hier kommt der Ton über das Autoradio ins Innere des Wagens.

Aller Wiederanfang ist schwer

Dass das Erlebnis eines Kinoabends im eigenen Auto etwas ganz besonderes ist, muss wohl erst wieder vermittelt werden, wobei die Vorteile gegenüber herkömmlicher Kinosäle auf der Hand liegen. Kein Nachbar, der durch ständiges Dazwischenreden oder Rascheln stört. Das eigene Umfeld im Auto, sogar das eigene Essen und Trinken kann mitgebracht werden.

Zugegeben, moderne Fahrzeuge können bezüglich des Platzangebotes nicht mit amerikanischen Straßenkreuzern der 1970er-Jahre konkurrieren, die eher rollende Wohnlandschaften mit durchgehenden Sitzbänken vorne wie hinten waren.

Warum nicht einfach mal einen persönlichen Nostalgieabend durchziehen, einen Oldtimer mieten und dann damit zunächst an einem schönen Septembertag über den KuDamm und die Tauentzienstraße mit offenem Fenster flanieren, um sich später im Autokino einen alten oder auch neuen Streifen anzusehen. Echte Nostalgiker warten natürlich, bis Filme wie Easy Rider, das Duell oder eben American Graffiti im Autokino laufen. Dann aber ist das Feeling wirklich perfekt.

September 2019

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