Seilbahnen? Die gibt es auch in Berlin

Über Berlin mit der Gondelbahn schweben.

Im bolivianischen La Paz wird das größte Seilbahn-Streckennetz der Welt betrieben. Auf aktuell rund 30 Kilometern schweben Kabinen über dem dichten Straßenverkehr der Stadt und entlasten so spürbar die Einwohner vom Stau und den gesundheitlichen Belastungen durch Smog. Immer mehr Städte greifen das Konzept einer urbanen Seilbahn auf, auch in Deutschland.

Aktuell finden sich die meisten Seilbahnen innerhalb der Bundesrepublik entweder als Sessellifte in den Skigebieten oder als Zubringer aufgrund besonderer Ereignisse oder Sehenswürdigkeiten. So auch die Seilbahnen in Berlin. In der Hauptstadt wurde schon 1957 ein Sessellift eröffnet, und zwar zur Internationalen Bauausstellung im Hansaviertel. Allerdings wurden die Sessellifte nach der Ausstellung wieder abgebaut. Ähnlich ging es dem Sessellift auf den Teufelsberg, der Wintersportler nach oben beförderte. Dessen Ende kam jedoch im Jahr 1972, weil die US-Abhörstationen durch die Metallträger gestört wurden, es war die Zeit der kalten Krieger. Den Plan, das im Bau befindliche Regierungsviertel mit einer Seilbahn zu überspannen, wurde nie realisiert, weil angeblich der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl dagegen war. Letztlich verschaffte die im Jahr 2017 abgehaltene internationale Gartenausstellung der Hauptstadt eine wirklich schöne Gondelbahn, die auch heute noch in Betrieb ist.

Die Gondelbahn im Erholungspark Marzahn

Den Erholungspark Marzahn gibt es bereits seit 1987, damals noch von der DDR-Regierung zur 750-Jahr-Feier Berlins realisiert. Sein heutiges Gesicht erhielt der Park im Jahr 2017, indem im Rahmen der IGA auch die Gondelbahn eröffnet wurde.

Ein 30-Kilometer-Streckennetz wie in La Paz kann der Besucher des Erholungspark Marzahn jedoch nicht erwarten. Die aktuelle Streckenlänge der einzigen Berliner Gondelbahn beträgt gerade einmal 1,5 km. Zugegeben, es sind besonders schöne 1,5 km, weshalb sich die Fahrt schon aus Spaß an der Freude lohnt. Der Startpunkt findet sich in unmittelbarer Nähe der U-Bahn-Haltestelle Kienberg (U5). Nach dem Einstieg geht es gemächlich über das Wuhletal zur Zwischenstation Wolkenhain auf dem Kienberg. Für Besucher aus deutschen Mittel- und Hochgebirgen sei gesagt, dass im „Flachland“ Berlin und Umgebung jeder etwas höhere Hügel schnell zum Berg avanciert. Auf der Zwischenstation besteht die Möglichkeit, von der Gondelbahn in eine Bobbahn umzusteigen. Die kleinen beräderten Fahrzeuge werden auf Schienen geführt. Die Strecke verläuft vom Kienberg durch dichten Wald hinunter zum Marzahner Ausguck, einer wie eine Brücke gestaltete Aussichtsplattform.

Gärten aus aller Welt

Gemäß dem Motto der IGA 2017 wurden auf dem Gelände insgesamt elf Gärten angelegt, die jeweils einem anderen Stil entsprechen. Wobei ein Großteil der Gärten schon vorher bestand. Das sind jedoch nicht etwa Schrebergärtchen mit einer Datscha drauf, sondern jeder einzelne Garten umfasst mehrere Tausend Quadratmeter, es gibt also viel zu sehen.

Die zweite Teilstrecke der Gondelbahn führt etwas am Rande über die Gartenanlagen, die in Richtung Norden zu sehen sind. Wer aus den linken Fenstern der Gondel blickt, sieht auf gepflegte Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Endstation der Gondelbahn befindet sich am Parkplatz P3 Gärten der Welt, direkt neben dem Blumberger Damm. Wer mit dem Auto die Gondelbahn und die Gärten besuchen will, ist also an diesem Ende aufgrund der Parkplatzmöglichkeiten besser aufgehoben.

Aktuell ist die Seilbahn noch bis zum 3. November 2019 geöffnet, dann ist sie aufgrund von Revisionsarbeiten bis zum 13. Dezember 2019 geschlossen.

Die täglichen Öffnungszeiten, Mo. - So., gehen von 10:00 bis 17:00 Uhr.

Hin- und Rückfahrt für Erwachsene 6,50 Euro
Ermäßigt 4 Euro
Kinder bis 5 Jahre sind frei

Oktober 2019

Weitere Informationen und Meldungen rund um Berlin ab 2011, ab 2013, ab 05.2014, ab 2015, ab 2016, ab 2017, ab 2018, ab 2019.

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