Der Thaipark in Wilmersdorf – asiatisches Lebensgefühl

Eigentlich heißt die Grünanlage Preußenpark, doch schon seit Jahren findet sich darin bei schönem Wetter täglich der größte Streetfood-Markt asiatischer Ausprägung, den es in Deutschland gibt.

Der Sonntag, wenn das Wetter einigermaßen stimmt, ist Großkampftag für so manche thailändische Familie, wobei es keineswegs nur Thailänder sind. Vietnamesen, Laoten, Chinesen und Phillipinos finden sich gleichermaßen ein. Sie alle treffen sich auf der großen Wiese im Preußenpark in Wilmersdorf. Decken werden ausgebreitet und auf kleinen Kisten werden alle nur vorstellbaren Leckereien der asiatischen Küche angeboten. Dabei zeigt sich das Angebot wirklich authentisch, denn eigentlich ist der Thaimarkt eine private Veranstaltung. Vertreter von Thai- oder Chinarestaurants, mit ihren auf deutsche Gaumen getrimmten Speisen, finden sich hier nicht. Was etwa in Bangkok in einer Garküche zu finden ist, wird hier eins zu eins auch angeboten. Was früher ein Geheimtipp war, hat sich mit den Jahren zum Touristenziel gemausert, allerdings dominiert der oder die Berlinerin nach wie vor das Geschehen.

Was der Ferne Osten kulinarisch zu bieten hat

Das Angebot asiatischer Speisen und Getränke ist unglaublich groß, denn immerhin sind es an den Wochenenden rund 100 Familien, die hier ihre eigenen Rezepte feilbieten. Wer die asiatische Küche wirklich kennen lernen will, muss nicht in den Flieger steigen. Durchaus ein Beitrag zur aktuellen Diskussion um den Klimawandel. Fleisch, Suppen, Salate, Vegetarisch und auch Getränke aus Gegenden, die eigentlich tausende Kilometer entfernt liegen. Nachfolgend eine kleine Auswahl:

Es ist unmöglich, alles aufzuzählen, zumal die Anbieter immer mal was Neues in Petto haben. Wer wirklich alles auf dem Thaimarkt im Preußenpark durchprobieren möchte, muss schon mehrere Tage veranschlagen und auch einen guten Magen haben. Keine Sorge, es geht sehr sauber auf dem Markt zu, vielmehr dürfte die Schärfe vieler Speisen auch hartgesottene Berliner oder Touristen an ihre Grenzen bringen. Das Wasser einer frisch aufgeschlagenen Kokosnuss hilft im Übrigen, die Schärfe zu mildern.

Ab Mitte 2020 wird der Thaipark neu geordnet

Es wäre nicht Deutschland, wenn nicht alles geregelt werden würde. So auch der Thaimarkt, an dem sich dann doch der eine oder andere Anwohner stört und natürlich auch an dem Umstand, das ja der Verkauf der Speisen nicht nach Recht und Gesetz erfolgt. Nach langer Beratungszeit und entsprechend dem Umstand, dass der Thaimarkt inzwischen in vielen Reiseführern vermerkt ist, erfolgt nun ab Mitte des Jahres 2020 die Umordnung des Platzes. Etwa 40 % der jetzt genutzten Wiese wird asphaltiert und die Zahl der Verkaufsstände auf 60 beschränkt. Später soll noch ein Multifunktionsgebäude mit Sanitärräumen hinzukommen, in dem mobile Verkaufsstände eingelagert werden können.

Sicher mag es dann ordentlicher sein und es einfach so aussehen, wie deutsche Märkte nun mal auszusehen haben. Es ist jedoch zu befürchten, das vom Ordnungsamt Gebühren erhoben werden, was viele Familien veranlassen wird, nicht mehr hinzukommen. Asiatische Cateringfirmen werden sich breit machen und das anbieten, was der unbedarfte Europäer unter asiatisch kennengelernt hat, etwa Ente süß-sauer. Der Reiz des Besonderen wird vermutlich schnell verflogen sein, darum sollten schöne Tage genutzt werden, um den Thaimarkt im Preußenpark jetzt noch zu erleben, solange er wirklich asiatisch und nicht pseudo-asiatisch ist.

März 2020

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