Berlin in Zeiten des Coronavirus

Was lässt sich in einer Großstadt unternehmen, wenn empfohlen wird, möglichst nichts zu unternehmen?

Es ist Anfang März 2020 und die Angst vor Covid-19 geht um. Massenweise werden Großveranstaltungen abgesagt oder auf ungewisse Zeit verschoben. Doch wie lange kann eine selbst gewählte Quarantäne in den eigenen vier Wänden aufrechterhalten werden? Zumal in einer Stadt mit fast 4 Millionen Einwohnern.

Da bleiben natürlich zum ersten die üblichen Verdächtigen, sprich Sofa und Fernseher oder Laptop, um damit zu spielen oder ein Video nach dem anderen zu konsumieren. Doch auch deren unterhalterischer Wert ist irgendwann zu Ende und einkaufen muss ja auch noch sein. Ganz davon abgesehen, das nach wie vor die Arbeit wartet und wenn diese dann glücklich überstanden ist, ohne sich hoffentlich angesteckt zu haben, was dann?

Verhungern muss in Berlin niemand

Essen und trinken sind und bleiben essenziell, es besteht also die Wahl zwischen Verhungern oder vom Virus erwischt zu werden, etwa beim Einkaufen im Supermarkt. In Japan wäre es überhaupt kein Problem, dort gibt es Automaten-Supermärkte, in denen sich der Kontakt mit einer eventuell infizierten Person fast auf null herunterdrücken lässt, es braucht nur den üblichen Mundschutz sowie Desinfektionsspray für den Geldeinwurf und die Öffnungsklappe. Sehr gut geeignet sind übrigens Ethanol, Wasserstoffperoxid und Natriumhypochlorit, es geht aber auch Essig.

Inwieweit Lieferdienste noch aktiv sind, muss getestet werden, wobei natürlich auch hier die Ansteckungsgefahr durch den Lieferanten besteht. Am besten ist es, Tiefkühlware zu ordern und liefern zu lassen. Die Speisen selbst sind schon so lange tiefgefroren, dass der Virus nicht mehr aktiv ist (wenn überhaupt vorhanden) und für die von anderen Personen angefassten Verpackungen kommt wiederum das Desinfektionsspray in Aktion. Für frische Lebensmittel sieht es natürlich trübe aus oder es wird etwas Selbstanbau betrieben. Das funktioniert jedoch nur, wenn schon Wochen vorher damit begonnen wurde, um jetzt ernten zu können.

Alles, was hier bisher geschrieben wurde, ist natürlich leicht satirisch gemeint.

Am Freitag, dem 6. März 2020 gab es in Berlin 24 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Aufenthalt in Berlin infiziert zu werden, liegt zu diesem Zeitpunkt bei geschätzten 0,02 %. Natürlich sollen die empfohlenen Eigenschutzmaßnahmen eingehalten werden, wie häufiges Händewaschen, kein Händeschütteln und Abstand zu Personen mit Anzeichen einer Erkältung. Aber das soll nicht davon abhalten, die interessanteste Stadt Deutschlands zu besuchen.

Eine Stadt mit 210 Museen, mit fast 100 offiziell gelisteten Sehenswürdigkeiten allein in den zentralen Bezirken sowie 65 weiteren in den äußeren Bezirken. Einer Stadt mit 815 Hotels, Pensionen und Jugendherbergen, mit über 9000 gastronomischen Betrieben, vom Sterne-Restaurant bis zur Imbissbude. Sechs Freizeitparks mit den unterschiedlichsten Themen und Aktionen stehen zur Verfügung. Zwei große zoologische Anlagen mit Weltruf, fünfzig Seen, drei große Flüsse und acht Kanäle, über die mehr als 1000 Brücken gespannt sind, gehören ebenso zu Berlin. Dazu rund 2500 Parks und Erholungsgebiete mit über einer Million Bäume.

Das alles und noch viel mehr ist Berlin. Eine Stadt, die vor über 1000 Jahren gegründet wurde und wirklich jedem Anspruch ihrer Besucher genügt, auch in den Zeiten des Coronavirus oder besser jetzt erst recht. Wenn eine Stadtbevölkerung locker Krisen überstehen kann, dann sind es die Berliner, das haben sie schon des Öfteren bewiesen. Die letzte dauerte immerhin 28 Jahre.

März 2020

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