Jüdischer Friedhof Weißensee

Pankow

Der Jüdische Friedhof Weißensee im Bezirk Pankow gilt als einer der größten und schönsten jüdischen Friedhöfe in ganz Europa. In der 42 Hektar großen, weitläufigen Anlage, die seit den 1970er Jahren unter Denkmalschutz steht, befinden sich mehr als 115.000 Gräber. Der Jüdische Friedhof Weißensee gilt als Zeugnis der Blüte der jüdischen Gemeinde in Berlin während des 19. Jahrhunderts und ihres Niedergangs während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Die Geschichte des Jüdischen Friedhofs Weißensee

Weil der alte jüdische Friedhof an der Schönhauser Allee nahezu voll belegt war, kaufte die jüdische Gemeinde um 1875 das Gelände in Weißensee. 1878 wurde ein Architekturwettbewerb zur Gestaltung der Anlage ausgeschrieben, bei dem sich der Entwurf von Hugo Licht durchsetzte. Schließlich konnte der Jüdische Friedhof Weißensee 1880 eröffnet werden.

Von Anfang an war der Jüdische Friedhof Weißensee in unterschiedliche Bereiche für Wahl- sowie Reihenstellen und Erdbegräbnisse aufgeteilt. Die Juden, die zuvor eher schlichte Grabmäler bevorzugt hatten, hatten sich an die bürgerliche Gesellschaft des Kaiserreichs insofern angepasst, als dass sie ihre Gräber in Weißensee ebenfalls prächtig schmückten.

Bereits 1914 wurde ein Ehrenfeld angelegt, in welchem die gefallenen jüdischen Soldaten bestattet wurden. Ein Ehrenmal war ebenfalls vorgesehen, dies wurde jedoch erst 1927 aufgestellt.

Der Nationalsozialismus hinterlässt seine Spuren

Auch die nationalsozialistische Herrschaft hat ihre Spuren auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee hinterlassen. So begingen zahlreiche Juden Berlins angesichts der Verfolgung das Leben. Diese tragische Suizidwelle hatte 1942 einen Höhepunkt erreicht. Auf einem eigenen Grabfeld ist außerdem die Asche von 809 Juden begraben, die im Konzentrationslager ums Leben gekommen waren.

In den Nachkriegsjahren verfiel der Jüdische Friedhof Weißensee zunächst, weil es kaum noch lebende Angehörige der Verstorbenen in Berlin gab. Wiederhergestellt wurden die sanierungsbedürftigen Gräber erst, nachdem die Stadtverwaltung Ost-Berlins den Jüdischen Friedhof Weißensee 1977 als "Denkmal der Kulturgeschichte" anerkannt hatte. In den folgenden Jahren wurden das dichte Wegenetz wieder hergestellt und die Gräber saniert.

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