Das Restaurant Krokodil in Köpenick

Restaurant Krokodil in Köpenick: Ein kleiner Sandstrand, ein Schloss in Sichtweite, Boote und Schiffe auf einem breiten Fluss und idyllische Ruhe bei gutem Essen.

Da, wo heute die Gartenstraße in Köpenick verläuft, war vor der Wende der „Kietz“ und auch schon lange vor der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Den Kietz gab es schon im 13. Jahrhundert, eine Fischersiedlung, deren Einwohner hauptsächlich das Schloss auf der anderen Uferseite der Dahme mit fangfrischem Fisch zu beliefern hatten. Die schön renovierten kleinen Fischerhütten erinnern an diese Zeit und auch das Restaurant Krokodil in der Gartenstraße 46-48 kann trotz großzügiger Umbaumaßnahmen der letzten Jahre nicht verheimlichen, das von hier aus die Fischer des Kietz auf die Dahme hinausruderten, um über Jahrhunderte den Hunger der Burgherren und später der Schlossbesitzer zu befriedigen. Der Kietz war lange Zeit eine eingeschworene und eigenständige Gemeinde, die erst im späten 19. Jahrhundert zu Köpenick kam und damit kurz darauf zu Berlin.

Nach der Wende – ein Treff für junge Arbeitslose

Das heutige Krokodil war während des real existierenden Sozialismus eine eher schmuddelige Kneipe in einem von der Einheits-Partei weitgehend vergessenen Viertel. Aber eine Kneipe mit Sandstrand, was nach dem Mauerfall sehr schnell die Begierde von Immobilienmaklern weckte. Doch hatten diese kein Glück, denn der gesamte Kietz wurde unter Denkmalschutz gestellt und der Jugendverein, der sich im Krokodil eingepachtet hatte, stellte sich selbst unter den Schutz des paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Es dauerte viele Jahre, bis das gesamte Gebäudeensemble des Krokodils renoviert war. Heute findet sich in der Gartenstraße nicht nur das Restaurant Krokodil, sondern auch ein gut geführtes Hostel sowie ein kleines Strandbad. Hier werden unter anderem Jugendliche betreut und beraten.

Das Restaurant ist das Zentrum und das war es auch schon vor fast dreißig Jahren, damals jedoch im hinfälligen Charme einer wortwörtlichen Bruchsteinbude, deren uraltes Deckengebälk knarzte und deren Wände den Rauch-, Schnaps- und Biergeruch vieler Jahrzehnte aufgesogen hatten. Es war die Kneipe des Kietz und wahrscheinlich wäre jede Unterhaltung sofort abgestorben, hätte damals ein Fremder den Raum betreten.

Das Krokodil heute, mit Berliner Charme und Stil

Nach wie vor ist Holz das dominierende Element im Krokodil, doch heute ist es neues Holz und alles an der Einrichtung wirkt hell und freundlich, ohne übertrieben modern zu sein. Von der Terrasse des Krokodils, von uralten Weiden beschattet, geht der Blick über die Dahme hin zum Schloss Köpenick und eine kurze Treppe führt hinunter zum Strandbad, das bei heißem Wetter einlädt, einen Sprung ins kühle Nass zu wagen.

Aber auch in den kühleren Tagen des Jahres bietet es sich an, zumindest einen Kaffee auf der Terrasse zu trinken und den Schiffen zuzusehen, die hier von der Spree kommend an Königs Wusterhausen vorbei ihre Fracht nach Polen bringen oder von dort nach Berlin oder noch weiter in den Westen. Derweil zaubert die Küchenmannschaft des Krokodils so schöne Speisen wie ein Schollenfilet auf Zucchini-Kartoffel-Gemüse an Dijonsenf-Soße (14,90 Euro) oder Schweinemedaillons mit Waldpilzen und Kroketten (18,50 Euro).

Sowohl das Speise- und Getränkeangebot wie auch der Blick und nicht zuletzt die Geschichte machen einen Ausflug zum Krokodil in Köpenick lohnenswert.

November 2019

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